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Allgemeiner Studierendenausschuss

Der AStA trift sich jeden Montag zur Sitzung. Alle Studierenden sind herzlich eingeladen dem öffentlichen Teil der Sitzung beizuwohnen. Wenn ihr Themen ansprechen oder vorstellen wollt setzt euch aber bitte vorher mit einem der Referate in Kontakt. 
Nächste Sitzung:
Montag um 16.00 Uhr in Raum 9d, Hardenbergstraße 33

Sitzungen in der Sommerpause: Beschreibung:

06.08.2018
20.08.2018
03.09.2018
17.09.2018
01.10.2018

Immer um 16.00 Uhr

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Studierendenparlament

Das StuPa tagt einmal im Monat während der Vorlesungszeit. Außerordentliche Sitzungen werden hier angekündigt.
 

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Fachschaftsrätekonferenz

Die FSRK tagt mindestens zwei mal im Semester.
Nächste Konferenz:
04. Juli 2018, 17 Uhr, Hardenbergstraße 33 Raum 009

Konferenz: Gegen die Entmündigung von Kunst und Pädagogik

28.06.18 • admin_asta

GEGEN KUNST

Falsche Pädagogisierung ist heute eine gesamtgesellschaftliche Tendenz, die sich auch auf die Kunst in der Gesellschaft, auf ihre Lehre und ihre Theorie auswirkt. Indizien dieser falschen Pädagogisierung sind, wo es um Theorie und Lehre geht, die zunehmende Hintanstellung des Denkens und die Herabminderung des Wissens auf eine Aufbereitung von Fakten, sowie die Eingrenzung der Lehre auf Vermittlung von Wißbarem, das abgefragt und geprüft werden kann. Muß man dagegen nicht auf die Freiheit setzen, die nicht nur im spekulativ-kritischen Element von Theorie und in einer am Denken und nicht ausschließlich am Wissen ausgerichteten Lehre liegen, sondern ebenfalls in dem Widerstand, den Kunst gegen Verschulung leistet, dagegen, daß Vermittelbarkeit und Wiedererkennbarkeit sie im vorhinein präparieren? Die starre Reglementierung des Studiums verkennt, was zur Bildung wesentlich gehört, vor allem zur künstlerischen: die Übertretung und Aufhebung von Regeln.

An der internationalen Konferenz, die die Fakultät der Bildenden Kunst am 28. Und 29. Juni 2018 in der Hardenbergstr. 33 veranstaltet, nehmen teil: Nina Power, Helmut Draxler, Jean-Luc Nancy, Boris Groys, Eva Geulen, Joseph Vogl, Hito Steyerl, Christine Streuli, Heike-Karin Föll, Wolfgang Ulrich, Francesca Raimondi, Dorothea von Hantelmann, Barbara Wittmann, Kris Gruijthuijsen, Marcus Quent und Jan Verwoert.

Pressemitteilung des AStA UdK Berlin zu den Plänen, Studierende als reguläre Lehrer*innen einzusetzen

10.06.18 • vernetzung

Pressemitteilung des AStA UdK Berlin zu den Plänen, Studierende als reguläre Lehrer*innen einzusetzen

Der AStA der UdK lehnt die von Bildungssenatorin Scheeres angedachten Pläne, Master-Studierende als reguläre Lehrkräfte an Berliner Schulen einzusetzen, kategorisch ab.

„Dass der Senat glaubt, dass wir bereits im Bachelor das didaktische Werkzeug erlernt hätten, um unser Fachwissen den Schüler*innen vermitteln zu können, zeugt von tiefer Unkenntnis der Studienpläne für das Lehramt“, sagt ein Master-Studierender für Kunst. „Diese sind vertieft erstmals Gegenstand in der Vorbereitung auf das Praxissemester im zweiten Mastersemester“.

Vor dem Praxissemester orientieren sich die Didaktiken an der Frage der fachlichen Unterrichtskonzipierung, der Reduktion komplexen Fachwissens auf ein Niveau, das Schüler*innen verstehen können. Erst im zweiten Mastersemester erlernen die Studierenden Methoden zur Unterrichtsführung, mit denen sie das reduzierte Wissen durch präzise Fragestellungen gezielt vermitteln können. Parallel dazu stehen Fragen des Klassenmanagements auf dem Stundenplan: Wie stehe ich vor einer Klasse? Wie reagiere ich auf Unterrichtsstörungen? Was ignoriere ich, wo muss ich sofort eingreifen? Diese Probleme treten vor allem in der Mittelstufe auf.

„Ein Oberstufenkurs unterrichtet sich fast von allein, die Schüler*innen haben auf dem Weg zum Abitur eine hohe innere Motivation. In einer siebten oder achten Klasse verbringt man mit Erziehungsmaßenahmen gerne auch dann zehn Minuten, wenn die Klasse „pädagogisch nicht sonderlich herausfordernd“ ist“, so eine Studierende, die bereits als Vertretungslehrerin im Übergang zum Vorbereitungsdienst arbeitet. „Ohne das notwendige Werkzeug geht man dort unter.“

Aber selbst wenn man die Methoden in der Theorie beherrschte, es fehlt an Erfahrungen: Einerseits an der praktischen Unterrichtserfahrung, andererseits an der Lebenserfahrung. Das Studium ist auch ein persönlicher Reifungsprozess, der mit dem Erlangen der Allgemeinen Hochschulreife erst beginnt. Wer bereits mit 21 Jahren seinen Bachelor macht und dann den vollen, ungeschützten und schlecht vorbereiteten Praxisschock Schule erfährt, droht daran zu verzweifeln und es sich noch einmal anders zu überlegen.

„Der Senat hat allen Ernstes vor, die mühsam durch Werbekampagnen an die Unis gebrachten Lehramtsstudierenden zu verheizen. Der Zweifel und das Hinterfragen des eigenen Unterrichts sind elementare Bestandteile unseres Berufs, aber ohne eine gestandene Persönlichkeitsstruktur kann aus dem konstruktiven Zweifel schnell destruktive Verzweiflung werden, wenn man weiß, dass man nach der großen Pause wieder allein vor der Klasse mit den drei Schüler*innen mit emotional-sozialem Förderschwerpunkt steht, die eigentlich einer ganz anderen Betreuung bedürfen“, so die Studierende weiter. „Leider kennen inzwischen auch Politiker*innen wie Frau Scheeres das Gefühl, ohne erkennbaren Grund von Menschen minutenlang angebrüllt zu werden. Als Senatorin steigt man dann in die Limousine und fährt davon, als Lehrerin frage ich mich, was ich machen kann, damit das Kind nächste Woche anders reagiert. Und bis dahin kämpfe ich damit, mir bewusst zu machen, dass es nichts mit mir als Mensch, sondern mit mir als Verkörperung des Systems Schule zu tun hatte.“

Diese Fragen nehmen die an Schulen unterrichtenden Studierenden dann mit nach Hause. „Das beschäftigt einen dann schon über das Wochenende – wobei es ja eigentlich keine Wochenenden gibt, denn da korrigiere ich und bereite Unterricht vor. Der Beruf Lehrer*in ist etwas elementar anderes als der Job in der Kneipe. Ich trage Verantwortung für junge Menschen und nicht dafür, dass ich Gästen ihr Bier nicht über die Hose schütte.“

Die GEW setzt sich für die voll ausgebildeten Kolleg*innen für eine Reduzierung der Stundentafel ein (https://www.gew-berlin.de/357.php). Was für diese gilt, gilt für Studierende an Schulen um so mehr: „Eine halbe Stelle entspricht bei mir einfach keinen 8o Stunden, ich brauche viel länger, um mir meinen Unterricht erstmals zu erarbeiten, länger zum Korrigieren und länger um Verwaltungsabläufe zu erfüllen, die auch deswegen miserabel organisiert sind, weil Schule noch immer analog funktioniert. Wenn dann mal etwas digital ist, verbringe ich –  wie erst gestern – eine Stunde damit verbracht, mich in Regeln zur neuen Datenschutzverordnung einzuarbeiten“, berichtet die Studierende. „Für ein reguläres Vollzeitstudium wäre da zur Zeit kein Platz mehr. Gerade jetzt in der Uni-Prüfungsphase sitze ich stundenlang an Listen, in die ich handschriftlich Noten eintrage, die jemand anderes dann in ein veraltetes Zeugnisprogramm übertragen wird. Effizienz ist etwas anderes. Und das Lehrer*innen kein sicher an ein Schulnetzwerk angeschlossenes Notebook und wenigstens eine Dienst-E-Mail-Adresse haben, ist einfach nur absurd.“

Zu Unterrichtsplanung, -gestaltung und -management kommt außerdem noch eine vierte Komponente des Unterrichts: Mündliche Noten machen mindestens die Hälfte der Zeugnisnote aus.

„In den ersten Berufsjahren sind Lehrer*innen derart mit dem Unterrichten an sich beschäftigt, dass für die parallele Beurteilung der mündlichen Leistungen kaum Kapazitäten bleiben. Bei den nach oben und unten herausragenden Schüler*innen mag das noch funktionieren, im großen Mittelfeld kann man da eigentlich nur würfeln. Da müssten eigentlich die Eltern und Schüler*innen auf die Barrikaden steigen!“, so die Studierende.   

Skandalös ist aber vor allem, dass Notengebung im Studium gar nicht Thema ist. Erst in der zweiten Ausbildungsphase lernen Lehramtsanwärter*innen, wie man Anforderungsprofile für Klassenarbeiten erstellt, diese transparent im Sinne des Schulgesetzes korrigiert und benotet.

„Ich bin den Kolleg*innen meines Fachbereichs sehr dankbar, dass sie mir dabei helfen und alles überprüfen, aber natürlich ist das für sie eine zusätzliche Arbeitsbelastung, für die sie nicht bezahlt werden“, erzählt die Studierende.

Studierende sollen also Verwaltungsakte erlassen, über Noten und den Übergang von der Sekundar- in die Oberstufe mitentscheiden, ohne dazu jemals befähigt worden zu sein. „Dass ich überhaupt Noten geben darf, wundert mich tatsächlich immer wieder aufs Neue“, ist die Studierende irritiert.

Sollte der Senat seine Pläne umsetzen, wird nicht nur die Unterrichtsqualität in Berlin abnehmen, Studierende werden in den Schulen aufgrund der an sie gestellten Erwartungen scheitern und ihr Studium abbrechen. Die Pläne sind kontraproduktiv!

Wir fordern gemeinsam mit den Hochschulen den Senat auf, diese irrsinnige Idee zu den Papierakten zu legen!