Pressemitteilung der GEW zu den Tarifverhandlungen

Hochschulen legen verschlechtertes Angebot vor – Studentische Beschäftigte sind empört

Die Tarifverhandlungen für die etwa 8.000 studentischen Beschäftigten in Berlin sind gestern ohne Ergebnis zu Ende gegangen. Die Arbeitgeberseite hatte ein Angebot vorgelegt, das einen Stundenlohn von 12,13 Euro, einschließlich Weihnachtsgeld, ab dem 1.1.2018 und einen zusätzlichen Urlaubstag vorsah. Zugleich zogen sie aber die zuvor angebotene Ankopplung der Löhne an die Gehaltsentwicklung aller anderen Hochschulbeschäftigten wieder zurück. Der Tarifvertrag sollte bis zum 31.12.2022 gelten. Die gemeinsame Tarifkommission von ver.di und GEW sieht darin einen Rückschritt in den Verhandlungen.

Philipp Tolios, Mitglied der Tarifkommission, kritisierte: „Dieses Angebot ist substantiell schlechter als das, was die Hochschulen bereits auf den Tisch gelegt hatten. Bei einer Ankopplung an die normale Lohnentwicklung im öffentlichen Dienst müssten wir spätestens 2020 mehr verdienen als die jetzt angebotenen 12,13 Euro. Zum Ende der Laufzeit im Jahr 2022 wären wir bei einer Annahme des Arbeitgeberangebotes also noch weiter von allen anderen Beschäftigten der Hochschulen abgehängt. Das ist unannehmbar!“

Das Angebot der Hochschulen ändert in keinem Fall etwas an dem grundsätzlichen Problem: Die studentischen Beschäftigten erleiden einen Reallohnverlust von 30 Prozent seit der letzten Tariferhöhung 2001.

Tarifkommissionsmitglied Franziska Hamann-Wachtel sagte: „16 Jahre Lohnstillstand haben dazu geführt, dass die studentischen Beschäftigten im Gehaltsgefüge nach ganz unten durchgereicht wurden. Die unterste real besetzte Entgeltgruppe an den Hochschulen bringt bereits nach einem Jahr Berufserfahrung inklusive Weihnachtsgeld zurzeit 13,45 Euro pro Stunde. Wir fordern die Hochschulen auf, endlich ein Angebot vorzulegen, das dieser Schieflage Rechnung trägt!“

Eine Fortsetzung der Verhandlungen wurde bisher nicht vereinbart. Die studentischen Beschäftigten kündigten für die kommenden Tage weitere Protestaktionen an den Hochschulen an.